Wenn am nächsten Morgen um neun Sport, Zug oder irgendein Termin wartet, rechne ich den schon am Abend mit. Früher war morgen ein Problem für morgen. Inzwischen kann ein guter Samstag auch darin bestehen, Sonntag nicht komplett zu verlieren.
Vielleicht ist das Problem gar nicht, dass man weniger ausgehen möchte.
Wenn Essen um 18 Uhr beginnt und die Bar um 20 Uhr, kann ein Abend lang sein und trotzdem vor Mitternacht enden.
Schwieriger wird es, wenn das eigentliche Programm erst zu einer Uhrzeit startet, zu der man innerlich schon über Zähneputzen nachdenkt.
Letztens waren wir gegen halb zwölf noch am Überlegen, ob wir weiterziehen.
Ich habe kurz meinen Heimweg gesehen, mein Bett gesehen und gesagt: Ich bin raus.
Am nächsten Morgen war ich um neun wach, Kaffee gemacht und hatte noch den ganzen Sonntag vor mir.
Hat sich ziemlich nach der richtigen Entscheidung angefühlt.
„Ich mach mich langsam auf den Weg.“
Jacke holen.
Drei Gespräche.
Noch jemanden verabschieden.
Vor der Tür weiterreden.
Früh gehen sollte man offenbar früh ankündigen.
„Nur noch eins.“
Getränk bestellen.
Trinken.
Noch kurz reden.
Jacken holen.
Plötzlich 75 Minuten später.
Das letzte Getränk hat eine erstaunlich schlechte Uhr.
Ein Abend kann um halb elf richtig gut gewesen sein und trotzdem um halb elf enden.
Man hat gegessen, geredet, gelacht und merkt irgendwann: Eigentlich fehlt mir gerade nichts mehr.
Nur weil die anderen noch weiterziehen, wird aus einem schönen Abend nicht automatisch ein unvollständiger.
Ich gehe inzwischen lieber in dem Moment, in dem ich denke „war richtig schön“, als eine Stunde später, wenn ich nur noch müde auf mein Handy schaue. Ein Abend muss für mich nicht erst schlechter werden, bevor ich ihn beenden darf.
„Ich gehe inzwischen früh nach Hause“ klingt nach 21 Uhr und Wärmflasche. Gemeint ist manchmal einfach: 23:30 statt 2:45. Alterswandel kann erstaunlich kleine Uhrzeitverschiebungen dramatisch formulieren.
Ich bin nicht langweilig geworden.
Mein Bett ist einfach konkurrenzfähiger geworden.
Angenehm sind Gruppen, in denen „ich fahre nach Hause“ einfach eine Information ist.
Kein „Jetzt schon?“, kein Überreden, kein Beweis dafür, dass der Abend trotzdem Spaß gemacht hat.
Manchmal macht genau diese Freiheit es sogar leichter, überhaupt mitzukommen.
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